Globale Entwaldung und der biotische Oberflächenschwund

Die Entwaldung des Planeten schreitet rapide voran. Dabei sind es vier Hauptfaktoren, die das Ausmaß bestimmen:

A. Die Brandrodung durch den Menschen zur Gewinnung von Agrar- und Weideland.
B. Extremwetterbedingungen, die zum Sterben der Bäume, z.B. aufgrund fehlenden Wassers, führen.
C. Befall durch schadhafte Pilze (z.B. dem Schleimpilz Phytophora) und Insekten (z.B. dem Borkenkäfer)
D. Natürliche Waldbrände, wie sie derzeit überall auf der Erde im Sommerhalbjahr auftreten.

Das Zusammenspiel der großen Blattoberfläche von Wäldern als Reaktion auf die Globalstrahlung spielt hier die entscheidende Rolle. Wir verlieren beim Verlust eines Hektars Wald nicht nur dieses Areal, sondern ein Vielfaches an strahlungsmindernder und schützender Blattoberfläche.

Der Schutz der Erdoberfläche durch den Wald

Zerstreuung der Sonneneinstrahlung durch die unterschiedlichen Blattebenen eines Regenwaldes

Die Sonneneinstrahlung ist die maßgebliche Energie, die alles Leben auf der Erde ermöglicht.
Durch die Photosysthese der Pflanzen wird die Nahrung geschaffen, die sämtliches tierische Leben ermöglicht.
Die Sonne schafft durch das Aufheizen der Atmosphäre auch ein erträgliches Klima für die Lebenwesen in der Biosphäre.

Wenn die Sonneneinstrahlung aber zu lang und zu intensiv erfolgt, kann dies aber verheerende Folgen haben und den Tod des Bodens und der Vegetation hervorrufen. Entsprechend der geografischen Lage auf der Erdkugel ist die konstante Sonneneinstrahlung unterschiedlich und nimmt von den Polen zum Äquator zu. Die Pflanzen haben sich entsprechend den Strahlungsbedingungen angepasst.

Während in Deutschland die Strahlung zwischen 900 und 1200 kW/h pro m2 und Jahr liegt, ist sie in Spanien mit etwa 2000 kW/h pro m2 schon rund 100% höher. In der Sahara nähe des Äquators beträgt sie rund 2500 kw/h pro m2 und Jahr und ist damit 150% stärker als in Deutschland. http://Globalstrahlung bei Wikipedia

Am Äquator ergeben sich für die Pflanzen eines Waldes starke Strahlungsintensitäten, an die sie angepasst sein müssen und die verarbeitet werden müssen und extremere Klimate, die die Pflanzen aushalten müssen. Die Überlebensstrategien sind weit aus anders als etwa boreale Wälder an den Polarkreisen.
Es wird oft berichtet, daß tropische Regenwälder den Großteil des Lichtes absorbieren und nur wenig Licht den Boden erreicht.
Das ist natürlich nicht immer der Fall, aber durch ihren stockwerkartigen Aufbau haben sie aber pro Quadratmeter Standfläche eine zwischen 6 bis 16 fach größere Blattoberfläche. – Blattflächenindex (BFI) von 6 bis 16.
Eine Ackerfläche hat vergleichsweise einen geringen BFI von weniger als 1 und Grasland unter 3.

Mit dieser großen Blattoberfläche gelingt es, die einfallende Strahlenintensität pro Oberfläche zu mindern, indem sie reflektiert und zerstreut wird. Der Teil der Strahlung, der das Blatt durchdringen kann, wird durch die nächste Blattoberfläche weiter abgeschwächt.
Das Phänomen ist etwa vergleichbar mit der Schalldämpfung in Tonstudios, die aufwändige, genoppte Oberflächenstrukturen aufweisen, um eine Reflektion des Schalls zu mindern. Mit der großen Blattoberfläche wird die schädliche Strahlungsenergie auf ein erträgliches Minimum reduziert.

Durch die Transpiration der Blätter wird nicht nur diese Energie abgefangen sondern auch ein optimales Mikroklima im Wald für die Photosysthese geschaffen …. die Energie wird absorbiert.

Die Strahlung in der Nähe des Äquators auf einen Quadratmeter von Wald bewachsenen Boden würde im Jahr 2500 kW/h m2 betragen. Bei einem Blattflächenindex von 9 würde sich die Energie durchschnittlich auf 277,8 kW/h pro m2 Blattfäche reduzieren (2500/9 kW/h)
Eine Energie, mit der die Pflanzen besser umgehen können, zumal die Sonne im Regenwald nicht bis auf den Boden durchdringt und sich dieser so nicht erhitzt, so dass der Wasserkreislauf erhalten bleibt.

Beim Roden des Waldes und der Umwandlung in Grasland dreht der Mensch dieses günstige Verhältnis der geringen Energie pro Blattoberfläche um, da er die Blattoberfläche vernichtet.
Die entstandene Reduzierung der Blattoberfläche zu einem BFI von 2 bedeutet dann, dass die Vegetation und der Boden nicht mehr mit 277,8 kW/h, sondern mit einer Energie von 1250 kW m2 (2500 kW/2) umgehen muss.
Das ist eine Steigerung der Energieeinstrahlung von über 400% auf die Pflanzenoberfläche. Damit einhergehend ist die Rückstrahlung an Wärmeenergie vom Boden in die Atmosphäre entsprechend auch stärker. Die Möglichkeit der Absorbtion geht verloren.

Der Verlust an globaler, sonnenexponierter Blattoberfläche

Die Landoberfläche der Erde beträgt 149,4 Mio. km2, das sind 29,3% der Erdoberfläche. Die Meerersoberfläche hat demnach mit 361,2 Mio. km2 (etwa 71% der Erdoberfläche).
R.H. Waring und S.W. Running (Forest Ecosystems: Analysis at Multiple Scales, Academic Press, 2007) haben festgestellt, daß die Waldoberfläche vor der menschlichen Zivilisation etwa bei 60 Mio km2 lag.

Nach einer Untersuchung zum Waldstatus der FAO von 2018 belief sich die restliche Waldfläche weniger als 40 Mio. km2. (The State of the World’s Forests 2018. Forest Pathways to Sustainable Development, Food and Agriculture Organization of the United Nations Rome (2018)).
Das bedeutet einen Verlust von über 30% Waldfläche durch den Menschen, der derzeit auch noch drastisch zunimmt.

Eine theoretische Betrachtung von mir:
Würde man die von der Sonne bestrahlte Landfläche der Erde und seiner Wälder unter Einbezug des Blattflächenindex (hier 9) kalkulieren, würde sich die folgende Oberflächenkalkulation ergeben:

Sonnenexponierte
Oberfläche (in km2)
Blattobefläche
vor Zivilsation
Blattoberfläche
heute
Differenz
Landfläche unbewaldet
(BIattflächenindex 2)
178,8 Mio. km2
(89,4 *2)
200,8 Mio km2
(100,4 *2)
+ 22 Mio km2
ca. +12,3 %
Landfläche bewaldet
(Blattflächenindex 9)
540 Mio. km2
(60,0 * 9)
360 Mio. km2
(40,0 * 9)
– 180 Mio km2
ca. -33,3 %
Gesamtoberfläche718,8 Mio km2560,8 Mio. km2– 158 Mio km2
– 22,1 %
Oberflächenberechnung unter Einbeziehung der Blattoberfläche

FAZIT: Wir hätten nach dieser theoretischen Betrachtung die Erde um eine 158 Mio km2 große sonnenaktive, CO2 bindende und O2 produzierende Blattoberfläche beraubt, das wäre mehr als die gesamte Erdoberfläche von 149,4 km2

Beginnt die postfossile Ära mit der COVIT-19 Krise?

Etwa ein viertel Jahr nach Ausbruch des Coronavirus und während des Shut Downs der meisten Länder auf der Welt legt der Ölmarkt eine beindruckende Baisse, ja einen Crash hin, der am 20.04.2020 das erste Mal an den Terminmärkten den Preis für ein Barrel Öl unter 0,5 $ drückte.
Überangebote und zu wenig Abnahme aufgrund der unterbundenen Reisetätigkeit und der von den Staaten auferlegten Quarantänemaßnahmen und Ausgangssperren führten zu deisem Verlust.
eDas Öl spielt aber weiterhin die treibend Rolle unserer Ökonomien und auch die Kohle wird im gleichen Das Öl spielt aber weiterhin die treibend Rolle unserer Ökonomien und auch die Kohle wird im gleichen Maße weiter genutzt.nMaße weiter genutzt.

Jetzt nach einem Jahr, haben wir festgestellt, das sich vieles geändert hat. Das Öl spielt aber weiterhin die treibende Rolle unserer Ökonomien und auch die Kohle wird im gleichen Maße weiter genutzt. Dennoch ist ein Wandel erkennbar. Ein Austieg aus den fossilien Brennstoffen wird ernst genommen, zumindest in den hoch industrialiserten Gesellschaften, die auch die Hauptverursacher sind.

In vielen Gegenden der Welt, dort wo Krieg herrsch und der Hunger alle anderen Sorgen überschattet oder eine unwirtliche Lebenssituation schon durch die Klimakatastrophe geprägt ist, haben die Menschen kaum Zeit, sich darüber Gedanken zu machen, welche Auswirkungen fossile Brennstoffe auf das globale Klima haben.

Wo bleibt die globale Verantwortung? Hatten wir nicht genug Zeit darüber einmal nachzudenken, wie alles vernetzt ist und welche Zusammenhänge bestehen? Das Covid-Dilemma und die Lockdowns haben einmal mehr gezeigt, daß das Denken leider noch immer nur bis zur eigenen Gartentür, dem eigenen Dorf oder der eigenen Landesgrenze reicht.

Das Wissen z.B auch die internationalen Automobilkonzerne, die lauthals ihre doch so kurzfristigen Ausstiegsszenarien in Europa verkünden, immer mit dem Hinweis, daß es in anderen Ländern noch viel dauern länger dauern werde.
Der Hauptteil der Produktionen für Verbrenner wird dann schwerpunktmäßig ins Ausland verlegt und dann auch noch dort abgesetzt, eben dort, wo vielleicht der Besitz einer deutsche Automarke wichtiger ist, als die Wahl eines sauberen Antriebs. Machen wir es nicht einer großen Zahl an Menschen im Ausland schwerer vom (Öl-)Tropf weg zu kommen?
Ist das globale Verantwortung?

„Postfossil“ ist leider derzeit noch eher ein Wunschdenken und es ist noch ein langer Weg dort hin. Das Öl spielt weiterhin die treibend Rolle unserer Ökonomien und auch die Kohle wird im gleichen Maße weiter genutzt.

Selbst bei dem derzeit meist mißbrauchten Wort „Nachhaltigkeit“ tun sich aufgrund von begrenztem Denken groteske Ansichten auf. Hier zwei Beispiele:

1. Während bei uns Holzöfen und Pelletheizungen als nachhaltige Heizungsmethoden hoch gepreist werden, ist es extrem verwerflich, wenn in den ärmeren Regionen der Welt mit Holz geheizt und gekocht wird und dadurch die letzten Bäume verschwinden.

2. Wärend wir aus Rapsöl „nachhaltigen“ Biodiesel erzeugen, regen wir uns auf, wenn in Indonesien Palmölplantagen entstehen.
Zweimal die gleiche Anwendung, aber mit anderen Vorzeichen.

Die Nutzung von Holz ist unter der dertzeitigen Klimakatatrophe in keiner Weise mehr nachhaltig.
Wir müssen unsere Wälder und Bäume schützen. Die Wälder verschwinden in rapider Geschwindigkeit und großen Ausmaßen und ein Nachwachsen dauert Jahrzehnte.
Wir müssen auch dort, wo es keine Bäume mehr gibt, den Menschen mit einer Aufforstung zu einer lebenswerten Umwelt verhelfen. Wir müssen verstehen, daß dies alles zusammenhängt.

Eine postfossile Ära kann erst dann beginnen, wenn sich alle bewußt sind, daß wir nur als Globale Gesellschaft mit gemeinsamer Verantwortung überleben können.

Das Problem der kleinen Fläche – die Katastrophe ist näher als wir denken

Jeder kennt das Tanzen eines großen Wassertropfens auf der heißen Herdpatte:
Zunächst bewegt sich dieser schwebend hin und her und verliert nur wenig an Größe. Doch mit abnehmender Größe wird das Kreisen des Tropfens auf der Herdpatte hektischer und im Nu ist der kleine Tropfen schnell verdampft.
Was hat das mit der globalen Erwärmung zu tun?

Es ist kein Geheimnis, dass je kleiner ein Körper ist, er mehr Umfang im Verhältnis zu seinem Inhalt hat. Das bedeutet in Bezug auf die globale Erwärmung ganz einfach:

  1. dass die Seen und Gewässer mit abnehmender Größe um so schneller vertrocknen.
  2. dass die Eismasse in Grönland oder Gletscher mit abnehmender Fläche um so schneller schmelzen.
  3. dass Wälder mit abnehmender Größe um so schneller vertrocknen, brennen oder sterben.
  4. dass die Sahara und weitere Trockengebiete mit zunehmender Größe um so stabiler werden und sich über Klimaänderungen schneller vergrößern können.

    Was folgt aus den Punkten 1 bis 4:
  • Das auf dem Erdboden benötigte Wasser verläßt die Erdoberfläche und wird weniger für den Menschen als auch für die Pflanzen auf den Erdoberfläche verfügbar. (Es verdunstet, wird in der erwärmten Atmosphäre gebunden oder verschwindet im Ozean)
  • Durch den Verlust der Eismassen, der Gewässer und des Pflanzenkleides nimmt die direkte Sonneneinstrahlung und damit Erhitzung der Erdoberfläche um so schneller zu.
  • Derzeit noch gebundene Faulgase (Methan) in den subpolaren Regionen werden um so schneller freigesetzt und beschleunigen den Treibhauseffekt.