Wieviel ist Ihnen Ihr Leben Wert?

Fragen Sie sich einmal, was Sie tun würden, wenn sie nicht genug Sauerstoff mehr hätten. Was würden Sie bezahlen, um wieder frisch durchatmen zu können? Im Flugzeug fällt eine Sauerstoffmaske von der Decke im wahren Leben nicht. Und der Sauerstoffverbrauch vollzieht sich unbemerkt.
Die Literaturquellen geben unterschiedliche Zahlen an, wenn es darum geht, wieviel Sauerstoff von den Meeren und wieviel von unseren Wäldern produziert wird. Im Mittel werden weniger als die Hälfte den Wäldern zugeschrieben.
Derzeit kursiert eine Zahl von 20%, den der Amazonaswald anteilig an unserer Sauerstoffproduktion hat.
Auf dem G7 Gipfel haben die Teilnehmer sich über einen Fonds über 20 Millionen Euro zur Finanzierung von Flugzeugen zur Brandbekämpfung ausgesprochen.
Ich frage Sie, wieviel Löschflugzeuge bekommt man für 20 Millionen Euro?
Ein oder zwei? Ist das effizient?. Eigentlich klingt das, wie Hohn, wie eine Ohrfeige, bei der Lage der Dinge. Nicht nur eine Ohrfeige für Bolsonaro, sondern auch für Sie und mich. „Wildes Land“, der Wald für die Sauerstoffproduktion der Erde ist eben nichts wert….
Haben wir denn schon realisiert, daß dieser brennende Regenwald ein Baustein für unsere Existenz, und die unserer Kinder auf ewig verloren geht?
Wer hat eigentlich über die Millionen Hektar verbrannten Waldes in Rußland international gesprochen und dort Hilfe angeboten?
Ganz nebenbei erfährt man außerden noch diese Woche, daß etwa eine Million Hektar Wald und Buschland in Bolivien in Flammen stehen.
All diese Flammen verbrauchen Deinen und meinen Sauerstoff, denn die Atmosphäre kennt keine Grenzen.
Außerdem ist mit dem Brand sichergestellt, daß kein neuer Sauerstoff für uns auf dieser Fläche für Lange Zeit produziert wird. Dazu kommt noch, dass der CO2 Anteil in der Atmosphäre kräftig gestiegen ist.
Was würde das kosten, dies alles wieder aufzuforsten? Wieviel Menschen könnten und müssten damit beschäftigt sein, jeden Tag Hunderte von Setzlingen zu pflanzen? (Um die Brände in der zu CO2-Bilanz zu kompensieren, müsste mindestens eine 10 mal größere Fläche aufgeforstet werden.) …. und diese Bäume müssten den steigende Temperaturanstieg auch aushalten können. Sie müssten über Jahrzehnte gepflegt werden.
Und das alles soll nur der bezahlen, auf dessen Grund und Boden der Wald steht?

Ist das ganze nur eine Schlagzeile im Web, einen Gedanken in der Mittagspause wert?
Oder sollte man langsam mal aufstehen und etwas im Leben ändern, etwas aktiv tun?

Das Problem der kleinen Fläche – die Katastrophe ist näher als wir denken

Jeder kennt das Tanzen eines großen Wassertropfens auf der heißen Herdpatte:
Zunächst bewegt sich dieser schwebend hin und her und verliert nur wenig an Größe. Doch mit abnehmender Größe wird das Kreisen des Tropfens auf der Herdpatte hektischer und im Nu ist der kleine Tropfen schnell verdampft.
Was hat das mit der globalen Erwärmung zu tun?

Es ist kein Geheimnis, dass je kleiner ein Körper ist, er mehr Umfang im Verhältnis zu seinem Inhalt hat. Das bedeutet in Bezug auf die globale Erwärmung ganz einfach:

  1. dass die Seen und Gewässer mit abnehmender Größe um so schneller vertrocknen.
  2. dass die Eismasse in Grönland oder Gletscher mit abnehmender Fläche um so schneller schmelzen.
  3. dass Wälder mit abnehmender Größe um so schneller vertrocknen, brennen oder sterben.
  4. dass die Sahara und weitere Trockengebiete mit zunehmender Größe um so stabiler werden und sich über Klimaänderungen schneller vergrößern können.

    Was folgt aus den Punkten 1 bis 4:
  • Das auf dem Erdboden benötigte Wasser verläßt die Erdoberfläche und wird weniger für den Menschen als auch für die Pflanzen auf den Erdoberfläche verfügbar. (Es verdunstet, wird in der erwärmten Atmosphäre gebunden oder verschwindet im Ozean)
  • Durch den Verlust der Eismassen, der Gewässer und des Pflanzenkleides nimmt die direkte Sonneneinstrahlung und damit Erhitzung der Erdoberfläche um so schneller zu.
  • Derzeit noch gebundene Faulgase (Methan) in den subpolaren Regionen werden um so schneller freigesetzt und beschleunigen den Treibhauseffekt.

„Wasserfänger“ in Mitteleuropa oder warum wir Nadelbäume brauchen

„Wasserfänger“ in Mitteleuropa oder warum wir Nadelbäume brauchen

Mitte August wurde ich Zeuge eines wunderbaren Ereignisses in der Natur, das jeder aufmerksame Wanderer am Morgen in den Bergen beobachten kann. Wir hatten einen Tag in Pfronten (850m ü. NN ) übernachtet und ich stand früh auf, um Fotos von der Natur zu machen.
Die Wolken hingen tief über dem Wald und ich wanderte bis zu einem Waldrand, an dem hohe Fichten standen. Die höheren Lagen des Waldes waren im Wolkennebel gehüllt. Langsam zog der Nebel gen Tal. Dort wo der Wald endete, sank der Nebel in die Wiesen.
Nach einer Weile aber drehte ich das Bild und der Nebel zog wieder aufwärts, langsam den Hang wieder hinauf.

Fichten(nebel)wald in Pfronten in Wolken gehüllt.

Im Wolkennebel geht die Wassersättigung der Luft gegen 100%. In den herabhängenden Ästen der Fichten sammelten sich die Tropfen, die langsam durch die Schwerkraft nach unten liefen und wenn man in den Wald hineinhörte, tropfte es ohne Unterlass. Obwohl der Wald sich nur Wolkennebel befand, „regnete es quasi im Wald“.
Der Nadelwald kämmte die Feuchtigkeit der Wolken aus der Atmosphäre.

ERKLÄRUNG:

Die Fichten profitieren zweimal von dem vorbei ziehenden Wolkennebel:
1. Wenn die Umgebungsluft kälter als der Wald ist, zieht der Nebel ins Tal und streift den Wald.
2. Wenn sich die Umgebungsluft nach Sonnenaufgang langsam erwärmt, steigen die Wolken langam wieder die Hänge hinauf, ebenfalls wieder die Äste der Bäume streifend.
Jedes Mal kann die Luftfeuchtigkeit eingefangen werden.

Je nach Wolkenstand kann der Nadelwald also den durchschnittlichen Niederschlag im Jahr stark erhöhen und das nicht benötigte Wasser an den Wurzelbereich, den Boden und damit an den Abfluss gen Tal abgeben.

In Pfronten gab es auch Laubbäume in unmittelbarer Umgebung. Deren Blätter waren feucht, aber wie auch bei den Kräutern der benachbarten Wiesen „klebten“ die Wassertropfen förmlich an den Blattoberflächen.
Von ihren Blättern tropfte kein Wasser zu Boden.
(auf die Funktion der Laubbäume als Wassersammler wird an anderer Stelle eingegangen).

Die vorhangförmigen Äste der Nadelbäume sind Tau-/Nebelfänger.

Derzeit gibt es auch wissenschaftliche Belege dafür, dass die Pflanzen Terpenoide und an warmen Tagen Terpene (Aerosole) abgeben, die einen verstärkenden Einfluss auf die Kondensation des Wassers, also der Tropfenbildung haben. Sollte sich diese Eigenschaft nachweisen lassen, könnte man von einem aktiven Wassermanagement der Pflanzen sprechen.

FAZIT:

  • Neben dem Regen können nur Pflanzen Wasser aus der Atmosphäre wieder für den Boden verfügbar machen. Sie tragen dazu aktiv zur Grundwasserversorgung bei.
  • Nadelbäume, wie Fichten und Tannen erfüllen in den Gebirgslagen die spezielle Rolle der „Wassersammler“ und tragen maßgeblich zur zusätzlichen Bewässerung der Landschaften in den tieferen Lagen bei.
  • das Tropfen des Wassers hat verschiedene Vorteile für die Pflanze:
    – Sie kann schnell Wasser und Nährstoffe aus der Blattregion zur
    Wurzel transportieren.
    – Sie kann ihre Nadeln, die über 6 Jahre alt werden können, reinigen.
    – Sie kann die Luftfeuchtigkeit senken, so dass schnelller wieder eine
    Transpration möglich wird.
  • Ein Roden oder der Verlust dieser Wälder führt direkt zum Verlust des Wassers oder gar zum Versiegen des Wassers in Flüssen.
  • Bei Fehlen des Waldes würde das Wasser der Wolken, bzw. des Nebels nur noch vermindert der Menschheit zur Verfügung stehen.
  • Wenn sich das Klima erwärmt und die Wassersättigung dieser Region abnimmt, so z.B. beim Fön, kann das „Wassersammeln“ und die Befeuchtung des Waldbodens nicht mehr funktionieren.
    Mit abnehmender Wassersättigung der Luft vertrocknen die Wälder und werden anfällig gegen,Insektenbefall und Baumkrankheiten, so wie wir e in den Mittelgebirgen erleben.

FORDERUNGEN:

  • Vermehrtes Pflanzen von Nadelbäumen in Gebirgshöhenlagen, um den Zufluss des Wassers zu den Flüssen zu sichern.
  • kein weiteres Roden von Gebirgswäldern, vielmehr Erhlalt durch weiteres Ausweisen von Schutzgebieten für Gebirgswälder.