Harz, Fichten bei Schneeschmelze

Wie Nadelbäume überleben können und warum so viele durch den Borkenkäfer befallen wurden.

Gesunde Fichten neben toten Bäumen im Harz bei Torfhaus.

Bei einer Wanderung im Harz durch die vom Borkenkäfer geschädigten und größtenteils abgeräumten Flächen fallen scheinbar gesunde Bäume auf, die sich trotz der massiven Vermehrung des Borkenkäfers gegen einen Befall wehren konnten. Dies führt zu der Frage, was bei diesen anders als bei den befallenen Bäumen ist. Warum konnten diese sich behaupten und wie können die Fichten resistenter gegen den Borkenkäfer werden?

Gesunde Fichten

  • Bessere Wasserversorgung
    Fichten, die näher an einem Graben stehen, haben grunsätzlich auch eine bessere Wasserverfügbarkeit, selbst wenn es trockner wird. Damit können Sie über Harzproduktion ein Eindringen des Käfers entgegenwirken.
  • Standort oder offenere Randlage
    Die überlebenden Fichten haben oft eine Randstellung am Waldrand, an dem sie mehr Platz und mehr Licht zur Verfügung hatten. Es zeigt sich auch, daß sie entweder allein oder zu wenigen in der Gruppe genug Abstand zu benachbarten Individuen hatten.
  • Habitus, die kegelförmige Form
    Es ist erkennbar, das die überlebenden Bäume zum allergrößten Teil benadelte Zweige bis zum Boden haben. In der Gesamtansicht haben diese gesunden Fichten einen kegelförmigen Habitus, der auch an ein Indianertipi erinnert.
    Diese Form einiger Nadelbäume ist eine ökologische Anpassung, die vor allem dann von Vorteil ist, wenn der Baum meist seitlich von der Sonne angestrahlt wird. was subpolaren und nördlichen, gemäßigten Breiten, sowie an Gebirgshängen der Fall ist.
    Die Vorteile einer langanhaltenden Benadelung der unteren Zweige sind unter anderem:
    • Die Fichte ist ein Flachwurzler. Der Schattenwurf der benadelten Zweige im unteren Bereich schützt den Wurzelbereich der Pflanze vor intensiver Erhitzung durch die Sonne. Damit ist der Boden dieser Flachwurzler besser gegen Austrocknung geschützt und besitz ein aktiveres Bodenleben.
    • Mehr nadelbesetzte Zweige kämmen mehr Feuchte aus dem Nebel und damit wird die Wurzel zusätzlich mit Wasser versorgt. Das heruntertropfende Wasser befeuchtet den ganzen Wurzelstandort, aber vermehrt den äußeren Bereich.
    • Die dichten Zweige schützen den Stamm vor starkem Lichteinfall im Sommer. Damit ist er gegen zu starker Erhitzung geschützt.
    • Mit der kegelförmigen Form liegt der Schwerpunkt dieser Bäume weit unten, was diesem Flachwurzler eine bessere Standfestigkeit bei stärkeren Wind verleiht.

Die Erhitzung der Fichten bei Schneeschmelze

Die Nadeln der Fichten und auch Tannen haben eine dunklere Farbe als viele Blätter der Laubbäume. Auch dies ist eine Anpassung an ihren Standort der nördlichen Breiten. Scheint die Sonne, so erhitzen sich die Nadeln stärker als der Schnee, der auf den Zweigen sitzt. Durch diese Wärme kann sich der Baum sowohl schneller vom Schnee befreien als auch früher Wasser für die Photosynthese bereitstellen.
Dieses „Aktiviren“ des Baumes schon vor der Schneeschmelze führt oft zu der Tatsache, dass die Fichten oft schneelos im Nadelkleid stehen, obgleich der sie umgebende Boden noch geforen ist.

Die folgenden zwei Abbildungen zeigen die gleiche Ansicht (einmal als Foto und einmal als Thermografie). Die Aufnahme entstand bei einer Lufttemperatur von 2 Grad Celsius zwischen Bad Harzburg und Torfhaus um 11:42, bei Windstille.

Schmelzender Schnee auf Fichtenzweigen und der kalte Boden drumherum
Foto von Fichtenzweigen bei Schneeschmelze

Die Nadeln der dichten, sonnenbeschienenen Zweige haben sich auf (+ 2o C) erwärmt und werden schneefrei. Im Schatten der Zweige ist der Baum noch unter dem Gefrierpunkt (- 1o C). Nur etwas größere Scheeflächen bleiben länger auf den Zweigen liegen. Bei Wind fallen diese aber herab.

Unterhalb des Baumes ist der Boden sichtbar, denn das herabtropfende Wasser hat den Schnee dort geschmolzen. Durch die Sonne erwärmt sich der Boden auf über 10o C, während der Schnee in der Sonne noch bei – 2o C liegt.

Thermografie von Fichten bei Schneeschmelze

Das Baumsterben in Fichtenschonungen

Bei klassischen Fichtenschonungen zur Holzgewinnung sind die Bäume viel zu eng gepflanzt. Die Bäume behalten ihre Triebe im unteren Teil nicht mehr, sondern verkümmern (natürliche Astreinigung).

Nur die um Licht konkurrierenden Kronen bleiben grün. Dies ist geplant, um die quirlig angeordneten Seitenäste im Holz möglichst reduziert zu halten,
Mangel herrscht aber nicht nur bei dem Licht, sondern auch im Wurzelraum, der sich sozusagen zu überlappen scheint. Der Standraumbedarf der Bäume zum Wurzelwachstum wird nicht respektiert.
Das führt nicht nur zu einer Konkurrenz beim Wasser und den Nährstoffen im Wurzelbereich, sondern muss sich auch durch einen zu kleinen Wurzelraum äußern. Die phänotypischen Vorteil einer Resilienz des Baumes gehen verloren:

  • Die Kegelform
    Bei Stürmen wirkt einerseits dieser kleine Wurzelraum als auch der sehr weit oben gelegene Schwerpunkt des Baumes (aufgrund fehlender Kegelform) destabilisierend, so dass die Fichten leicht umfallen oder abknicken.
  • Ein Großteil des Stammes wird schon sehr früh durch die Sonne erwärmt, welches die Vermehrung von Schadinsekten wie den Borkenkäfer unter der Rinde fördert.
    Besonders, wenn durch Windbruch und Sturm Lücken in den Forst gerissen wurden, kann die Sonne durch Wärmestrahlung die Stämme der Fichten erhitzen, noch bevor das Bodeneis richtig geschmolzen ist und die Pflanzen Wasser aufnehmen können.
Thermografie Waldrand
Erwärmung der Fichtenstämme durch Sonnenstrahlung

Globale Entwaldung und der biotische Oberflächenschwund

Die Entwaldung des Planeten schreitet rapide voran. Dabei sind es vier Hauptfaktoren, die das Ausmaß bestimmen:

A. Die Brandrodung durch den Menschen zur Gewinnung von Agrar- und Weideland.
B. Extremwetterbedingungen, die zum Sterben der Bäume, z.B. aufgrund fehlenden Wassers, führen.
C. Befall durch schadhafte Pilze (z.B. dem Schleimpilz Phytophora) und Insekten (z.B. dem Borkenkäfer)
D. Natürliche Waldbrände, wie sie derzeit überall auf der Erde im Sommerhalbjahr auftreten.

Das Zusammenspiel der großen Blattoberfläche von Wäldern als Reaktion auf die Globalstrahlung spielt hier die entscheidende Rolle. Wir verlieren beim Verlust eines Hektars Wald nicht nur dieses Areal, sondern ein Vielfaches an strahlungsmindernder und schützender Blattoberfläche.

Der Schutz der Erdoberfläche durch den Wald

Zerstreuung der Sonneneinstrahlung durch die unterschiedlichen Blattebenen eines Regenwaldes

Die Sonneneinstrahlung ist die maßgebliche Energie, die alles Leben auf der Erde ermöglicht.
Durch die Photosysthese der Pflanzen wird die Nahrung geschaffen, die sämtliches tierische Leben ermöglicht.
Die Sonne schafft durch das Aufheizen der Atmosphäre auch ein erträgliches Klima für die Lebenwesen in der Biosphäre.

Wenn die Sonneneinstrahlung aber zu lang und zu intensiv erfolgt, kann dies aber verheerende Folgen haben und den Tod des Bodens und der Vegetation hervorrufen. Entsprechend der geografischen Lage auf der Erdkugel ist die konstante Sonneneinstrahlung unterschiedlich und nimmt von den Polen zum Äquator zu. Die Pflanzen haben sich entsprechend den Strahlungsbedingungen angepasst.

Während in Deutschland die Strahlung zwischen 900 und 1200 kW/h pro m2 und Jahr liegt, ist sie in Spanien mit etwa 2000 kW/h pro m2 schon rund 100% höher. In der Sahara nähe des Äquators beträgt sie rund 2500 kw/h pro m2 und Jahr und ist damit 150% stärker als in Deutschland. http://Globalstrahlung bei Wikipedia

Am Äquator ergeben sich für die Pflanzen eines Waldes starke Strahlungsintensitäten, an die sie angepasst sein müssen und die verarbeitet werden müssen und extremere Klimate, die die Pflanzen aushalten müssen. Die Überlebensstrategien sind weit aus anders als etwa boreale Wälder an den Polarkreisen.
Es wird oft berichtet, daß tropische Regenwälder den Großteil des Lichtes absorbieren und nur wenig Licht den Boden erreicht.
Das ist natürlich nicht immer der Fall, aber durch ihren stockwerkartigen Aufbau haben sie aber pro Quadratmeter Standfläche eine zwischen 6 bis 16 fach größere Blattoberfläche. – Blattflächenindex (BFI) von 6 bis 16.
Eine Ackerfläche hat vergleichsweise einen geringen BFI von weniger als 1 und Grasland unter 3.

Mit dieser großen Blattoberfläche gelingt es, die einfallende Strahlenintensität pro Oberfläche zu mindern, indem sie reflektiert und zerstreut wird. Der Teil der Strahlung, der das Blatt durchdringen kann, wird durch die nächste Blattoberfläche weiter abgeschwächt.
Das Phänomen ist etwa vergleichbar mit der Schalldämpfung in Tonstudios, die aufwändige, genoppte Oberflächenstrukturen aufweisen, um eine Reflektion des Schalls zu mindern. Mit der großen Blattoberfläche wird die schädliche Strahlungsenergie auf ein erträgliches Minimum reduziert.

Durch die Transpiration der Blätter wird nicht nur diese Energie abgefangen sondern auch ein optimales Mikroklima im Wald für die Photosysthese geschaffen …. die Energie wird absorbiert.

Die Strahlung in der Nähe des Äquators auf einen Quadratmeter von Wald bewachsenen Boden würde im Jahr 2500 kW/h m2 betragen. Bei einem Blattflächenindex von 9 würde sich die Energie durchschnittlich auf 277,8 kW/h pro m2 Blattfäche reduzieren (2500/9 kW/h)
Eine Energie, mit der die Pflanzen besser umgehen können, zumal die Sonne im Regenwald nicht bis auf den Boden durchdringt und sich dieser so nicht erhitzt, so dass der Wasserkreislauf erhalten bleibt.

Beim Roden des Waldes und der Umwandlung in Grasland dreht der Mensch dieses günstige Verhältnis der geringen Energie pro Blattoberfläche um, da er die Blattoberfläche vernichtet.
Die entstandene Reduzierung der Blattoberfläche zu einem BFI von 2 bedeutet dann, dass die Vegetation und der Boden nicht mehr mit 277,8 kW/h, sondern mit einer Energie von 1250 kW m2 (2500 kW/2) umgehen muss.
Das ist eine Steigerung der Energieeinstrahlung von über 400% auf die Pflanzenoberfläche. Damit einhergehend ist die Rückstrahlung an Wärmeenergie vom Boden in die Atmosphäre entsprechend auch stärker. Die Möglichkeit der Absorbtion geht verloren.

Der Verlust an globaler, sonnenexponierter Blattoberfläche

Die Landoberfläche der Erde beträgt 149,4 Mio. km2, das sind 29,3% der Erdoberfläche. Die Meerersoberfläche hat demnach mit 361,2 Mio. km2 (etwa 71% der Erdoberfläche).
R.H. Waring und S.W. Running (Forest Ecosystems: Analysis at Multiple Scales, Academic Press, 2007) haben festgestellt, daß die Waldoberfläche vor der menschlichen Zivilisation etwa bei 60 Mio km2 lag.

Nach einer Untersuchung zum Waldstatus der FAO von 2018 belief sich die restliche Waldfläche weniger als 40 Mio. km2. (The State of the World’s Forests 2018. Forest Pathways to Sustainable Development, Food and Agriculture Organization of the United Nations Rome (2018)).
Das bedeutet einen Verlust von über 30% Waldfläche durch den Menschen, der derzeit auch noch drastisch zunimmt.

Eine theoretische Betrachtung von mir:
Würde man die von der Sonne bestrahlte Landfläche der Erde und seiner Wälder unter Einbezug des Blattflächenindex (hier 9) kalkulieren, würde sich die folgende Oberflächenkalkulation ergeben:

Sonnenexponierte
Oberfläche (in km2)
Blattobefläche
vor Zivilsation
Blattoberfläche
heute
Differenz
Landfläche unbewaldet
(BIattflächenindex 2)
178,8 Mio. km2
(89,4 *2)
200,8 Mio km2
(100,4 *2)
+ 22 Mio km2
ca. +12,3 %
Landfläche bewaldet
(Blattflächenindex 9)
540 Mio. km2
(60,0 * 9)
360 Mio. km2
(40,0 * 9)
– 180 Mio km2
ca. -33,3 %
Gesamtoberfläche718,8 Mio km2560,8 Mio. km2– 158 Mio km2
– 22,1 %
Oberflächenberechnung unter Einbeziehung der Blattoberfläche

FAZIT: Wir hätten nach dieser theoretischen Betrachtung die Erde um eine 158 Mio km2 große sonnenaktive, CO2 bindende und O2 produzierende Blattoberfläche beraubt, das wäre mehr als die gesamte Erdoberfläche von 149,4 km2

Pflanzen gegen den Klimawandel – Paulownia tomentosa

Leider werden wir es nicht mehr erleben, dass das naturnahe Wälder wachsen oder wie so oft gesagt wird, die Wälder wieder widerstandsfähiger gegenüber dem Klimawandel gemacht werden können.

Der Grund ist einfach:

Die mitteleuropäischen Wälder, noch teilweise aus der Eiszeit stammenden Pflanzengesellschaften kommen in einem solchen warmen Klima nicht vor und werden deshalb aussterben oder sich weit im Norden etablieren, wo die Durchschnttstemperatur kälter ist.
Auch die mitteleuropäischen Laubwälder sterben durch heiße und trockene Witterungsbedingungen einen unaufhaltsamen Tod. Die derzeitige schnelle Erwärmung macht alles zu Nichte, die Pflanzen können sich nicht so schnell anpassen, wie die Temperaturen steigen.

Was ist die Folge?

Mit dem Verlust des Laubdaches werden die Böden erhitzt und trocknen aus.
Mit dem Trockenfallen der Böden sterben große Teile der Bodenfauna und die Pilze, also jene Organismen die Vernichter und Aufbereiter des Nahrungskreislaufs für die Wälder sind.
Das Laub wird nicht mehr abgebaut, bleibt liegen, kann sich entzünden.
Die Bäume bekommen keine aufbereiteten Nährstoffe uns stattdessen Mangelerscheinungen, sie werden anfällig gegenüber Insektenfrass, wie den Borkenkäfer und gegenüber Schadpilzen die Rinde und Blätter befallen.

Was kann man tun?

Man muss schneller Bäume pflanzen und große Areale beschatten. Viele Bäume Miteleuropas haben allerdings nicht die notwendigen Wuchsgeschwindigkeiten, um schnell Abhilfe bewirken zu können.
Die Beschattung des Bodens und das Verhindern des trockenen Windes sind die zwei Schlüsselkomponenten, die Erhitzung unseres Bodens und die konstante Austrocknung zu verhindern.

Der Wunderbaum

Der aus China stammende Blauglockenbaum (Paulownia tomentosa) ist nicht nur schön, sondern er wächst im ersten Jahr bis zu über sechs Meter (In Europa bis zu 4 Meter) und hat riesige Blätter.
Der Baum kann, wenn er nicht in einer Monokultur zu „Stangenholz“ gezüchtet wird, große Areale aus dem direkten Sonnenlicht nehmen, den Boden kühl halten, schnell und CO2 binden. Hier ein Beispiel seiner Wuchsgeschwindigkeit:

https://www.youtube.com/watch?v=aOXVCY8fBBk

Der Baum im Ökosystem, (nicht in der Plantage)

Wenn dieser Baum in die Breite wachsen darf, kann er viel Biomasse erzeugen, die zum Verotten den Boden mit Nährstoffen versorgen kann.
Paulownia bildet ein gutes Wurzelwerk aus, womit er auch eine Pflanze ist, die an Hängen gegen Bodenerosion ihren Beitrag leisten kann.
Einige Subspecies sind frostresistent und halten auch starke Sonneneinstrahlung aus. Sie sind damit besonders geeignet, im Mittelmeerraum einen erheblichen Beitrag gegen die Wüstenbildung zu leisten.

Oh Tannenbaum, oh Tannenbaum….

Laut Statista wurden im Jahr 2018 rund 29,8 Mio. (getötete) Weihnachtsbäume verkauft. Selbst wenn diese im Topf verkauft wurden sind ihre meist Wurzeln so weit geschädigt, dass sie nach dem Auspflanzen sich nicht mehr erholen können.
Gerade an Heilig Abend, an dem im Christentum die Geburt und Erneuerung feiert, hat jeder eine „Leiche“ im Zimmer stehen, an der man sich für eine Woche ergötzt.
Das ist die selbe Selbstverständlichkeit ohne nachzudenken, die wir an den Tag legen, wenn wir Spanferkel oder männliche Küken töten, weil wir einfach konsumieren oder wollen oder nur „Unwertes“ aussortieren.

Christbäume werden nicht nur in Deutschland gepflanzt, sondern sie kommen aus ganz Europa, um den deutschen Bedarf zu decken.
Sie haben einen langen Transportweg hinter sich, was die CO2-Bilanz verschlechtert. Ofmals sind sie auch gegen Ungeziefer und Pilzen mit Giften gespritzt und werden spätesens nach Neujahr unachtsam an den Straßenrand deponiert, um entsorgt zu werden.

Denken Sie einfach einmal nach…

was wäre, wenn jeder einmal im Jahr auf eine geschlagenen Baum verzichten würde und stattdessen das Geld für das Pflanzen neuer Bäume investieren würde?

Wäre es nicht besser, hier einmal einen künstlichen Weihnachtsbaum zu kaufen? Das spart Geld, der Baum ist über viele Jahre nutzbar und man hat lange Freude daran.

Vor allem macht es Freude, wenn man weiß, einem Baum wurde der Tod erspart, der Bedarf an lebenden Koniferen wird kleiner und sie tragen direkt mit 20€ , die für einen Projekt zur Wiederaufforstung bei, um Leben zu spenden?.

Ich wünsche Ihnen ein frohes und gesegnetes Weihnachtsfest, (vielleicht mit einem schönen künstlichen Weihnachtsbaum).

USA – Arme Bevölkerung von der globalen Erwärmung stärker betroffen

Laut NPR.org ist die arme und vor allem auch die schwarze Bevölkerung in den USA von der globalen Erwärmung stärker betroffen, als die Bevölkerung der oberen Einkommenschichten. So wurden zusammen mit der University of Maryland’s Howard Center for Investigative Journalism in 97 großen Städten die Temperaturen der Stadtviertel mit dem Einkommen seiner Bewohner verglichen.
Es stellte sich heraus, daß oftmals heißere Stadtviertel von ärmeren Bevölkerungsschichten bewohnt waren. Diese leiden auch vermehrt unter respiratorischen Krankheiten.

Der Beitrag von NPR

WMO – überdurchschnittlich hohe Temperaturen erwartet

Die World Meterological Organsiation WMO erwartet für die nächsten drei Monate überdurchschnittliche Temperaturen der Meeresoberflächen und der Landoberflächen auf der Erde. Bereits der Juli war es außerordentlich heiß:
“July 2019 was the hottest month on record, with heatwaves and other extreme weather, even without a strong El Niño event,” said Maxx Dilley, Director of WMO Climate Adaptation and Prediction Branch. “The signal from human-induced climate change has now become more powerful than that from a major natural force of nature,” he said. 

Zum Bericht der WMO

Wieviel ist Ihnen Ihr Leben Wert?

Fragen Sie sich einmal, was Sie tun würden, wenn sie nicht genug Sauerstoff mehr hätten. Was würden Sie bezahlen, um wieder frisch durchatmen zu können? Im Flugzeug fällt eine Sauerstoffmaske von der Decke im wahren Leben nicht. Und der Sauerstoffverbrauch vollzieht sich unbemerkt.
Die Literaturquellen geben unterschiedliche Zahlen an, wenn es darum geht, wieviel Sauerstoff von den Meeren und wieviel von unseren Wäldern produziert wird. Im Mittel werden weniger als die Hälfte den Wäldern zugeschrieben.
Derzeit kursiert eine Zahl von 20%, den der Amazonaswald anteilig an unserer Sauerstoffproduktion hat.
Auf dem G7 Gipfel haben die Teilnehmer sich über einen Fonds über 20 Millionen Euro zur Finanzierung von Flugzeugen zur Brandbekämpfung ausgesprochen.
Ich frage Sie, wieviel Löschflugzeuge bekommt man für 20 Millionen Euro?
Ein oder zwei? Ist das effizient?. Eigentlich klingt das, wie Hohn, wie eine Ohrfeige, bei der Lage der Dinge. Nicht nur eine Ohrfeige für Bolsonaro, sondern auch für Sie und mich. „Wildes Land“, der Wald für die Sauerstoffproduktion der Erde ist eben nichts wert….
Haben wir denn schon realisiert, daß dieser brennende Regenwald ein Baustein für unsere Existenz, und die unserer Kinder auf ewig verloren geht?
Wer hat eigentlich über die Millionen Hektar verbrannten Waldes in Rußland international gesprochen und dort Hilfe angeboten?
Ganz nebenbei erfährt man außerden noch diese Woche, daß etwa eine Million Hektar Wald und Buschland in Bolivien in Flammen stehen.
All diese Flammen verbrauchen Deinen und meinen Sauerstoff, denn die Atmosphäre kennt keine Grenzen.
Außerdem ist mit dem Brand sichergestellt, daß kein neuer Sauerstoff für uns auf dieser Fläche für Lange Zeit produziert wird. Dazu kommt noch, dass der CO2 Anteil in der Atmosphäre kräftig gestiegen ist.
Was würde das kosten, dies alles wieder aufzuforsten? Wieviel Menschen könnten und müssten damit beschäftigt sein, jeden Tag Hunderte von Setzlingen zu pflanzen? (Um die Brände in der zu CO2-Bilanz zu kompensieren, müsste mindestens eine 10 mal größere Fläche aufgeforstet werden.) …. und diese Bäume müssten den steigende Temperaturanstieg auch aushalten können. Sie müssten über Jahrzehnte gepflegt werden.
Und das alles soll nur der bezahlen, auf dessen Grund und Boden der Wald steht?

Ist das ganze nur eine Schlagzeile im Web, einen Gedanken in der Mittagspause wert?
Oder sollte man langsam mal aufstehen und etwas im Leben ändern, etwas aktiv tun?

„Wasserfänger“ in Mitteleuropa oder warum wir Nadelbäume brauchen

„Wasserfänger“ in Mitteleuropa oder warum wir Nadelbäume brauchen

Mitte August wurde ich Zeuge eines wunderbaren Ereignisses in der Natur, das jeder aufmerksame Wanderer am Morgen in den Bergen beobachten kann. Wir hatten einen Tag in Pfronten (850m ü. NN ) übernachtet und ich stand früh auf, um Fotos von der Natur zu machen.
Die Wolken hingen tief über dem Wald und ich wanderte bis zu einem Waldrand, an dem hohe Fichten standen. Die höheren Lagen des Waldes waren im Wolkennebel gehüllt. Langsam zog der Nebel gen Tal. Dort wo der Wald endete, sank der Nebel in die Wiesen.
Nach einer Weile aber drehte ich das Bild und der Nebel zog wieder aufwärts, langsam den Hang wieder hinauf.

Fichten(nebel)wald in Pfronten in Wolken gehüllt.

Im Wolkennebel geht die Wassersättigung der Luft gegen 100%. In den herabhängenden Ästen der Fichten sammelten sich die Tropfen, die langsam durch die Schwerkraft nach unten liefen und wenn man in den Wald hineinhörte, tropfte es ohne Unterlass. Obwohl der Wald sich nur Wolkennebel befand, „regnete es quasi im Wald“.
Der Nadelwald kämmte die Feuchtigkeit der Wolken aus der Atmosphäre.

ERKLÄRUNG:

Die Fichten profitieren zweimal von dem vorbei ziehenden Wolkennebel:
1. Wenn die Umgebungsluft kälter als der Wald ist, zieht der Nebel ins Tal und streift den Wald.
2. Wenn sich die Umgebungsluft nach Sonnenaufgang langsam erwärmt, steigen die Wolken langam wieder die Hänge hinauf, ebenfalls wieder die Äste der Bäume streifend.
Jedes Mal kann die Luftfeuchtigkeit eingefangen werden.

Je nach Wolkenstand kann der Nadelwald also den durchschnittlichen Niederschlag im Jahr stark erhöhen und das nicht benötigte Wasser an den Wurzelbereich, den Boden und damit an den Abfluss gen Tal abgeben.

In Pfronten gab es auch Laubbäume in unmittelbarer Umgebung. Deren Blätter waren feucht, aber wie auch bei den Kräutern der benachbarten Wiesen „klebten“ die Wassertropfen förmlich an den Blattoberflächen.
Von ihren Blättern tropfte kein Wasser zu Boden.
(auf die Funktion der Laubbäume als Wassersammler wird an anderer Stelle eingegangen).

Die vorhangförmigen Äste der Nadelbäume sind Tau-/Nebelfänger.

Derzeit gibt es auch wissenschaftliche Belege dafür, dass die Pflanzen Terpenoide und an warmen Tagen Terpene (Aerosole) abgeben, die einen verstärkenden Einfluss auf die Kondensation des Wassers, also der Tropfenbildung haben. Sollte sich diese Eigenschaft nachweisen lassen, könnte man von einem aktiven Wassermanagement der Pflanzen sprechen.

FAZIT:

  • Neben dem Regen können nur Pflanzen Wasser aus der Atmosphäre wieder für den Boden verfügbar machen. Sie tragen dazu aktiv zur Grundwasserversorgung bei.
  • Nadelbäume, wie Fichten und Tannen erfüllen in den Gebirgslagen die spezielle Rolle der „Wassersammler“ und tragen maßgeblich zur zusätzlichen Bewässerung der Landschaften in den tieferen Lagen bei.
  • das Tropfen des Wassers hat verschiedene Vorteile für die Pflanze:
    – Sie kann schnell Wasser und Nährstoffe aus der Blattregion zur
    Wurzel transportieren.
    – Sie kann ihre Nadeln, die über 6 Jahre alt werden können, reinigen.
    – Sie kann die Luftfeuchtigkeit senken, so dass schnelller wieder eine
    Transpration möglich wird.
  • Ein Roden oder der Verlust dieser Wälder führt direkt zum Verlust des Wassers oder gar zum Versiegen des Wassers in Flüssen.
  • Bei Fehlen des Waldes würde das Wasser der Wolken, bzw. des Nebels nur noch vermindert der Menschheit zur Verfügung stehen.
  • Wenn sich das Klima erwärmt und die Wassersättigung dieser Region abnimmt, so z.B. beim Fön, kann das „Wassersammeln“ und die Befeuchtung des Waldbodens nicht mehr funktionieren.
    Mit abnehmender Wassersättigung der Luft vertrocknen die Wälder und werden anfällig gegen,Insektenbefall und Baumkrankheiten, so wie wir e in den Mittelgebirgen erleben.

FORDERUNGEN:

  • Vermehrtes Pflanzen von Nadelbäumen in Gebirgshöhenlagen, um den Zufluss des Wassers zu den Flüssen zu sichern.
  • kein weiteres Roden von Gebirgswäldern, vielmehr Erhlalt durch weiteres Ausweisen von Schutzgebieten für Gebirgswälder.